Asunción Molinos Gordo // Hunger machen

Ausstellung der ersten Trägerin des REISESTIPENDIUMS Europa in Niedersachsen, das von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und dem Land Niedersachsen vergeben wird.

In ihren weltweiten Ausstellungen und partizipativen Projekten reflektiert die spanische Künstlerin Asunción Mollinos Gordo Aspekte von Globalisierung und Ökologie und deren konkrete Auswirkungen auf das Leben von Menschen in der Landwirtschaft.
Ab April stand ihr das Gastatelier auf dem Springhornhof zur Verfügung, um von hier aus umfassende Recherchen zur Landwirtschaft in der Region zu unternehmen. Sie besuchte Landwirte, sprach mit Interessenverbänden wie dem Landvolk, begleitete einen Tag lang den Neuenkirchener Schäfer und befragte die Forschenden des renommierten Thünen-Instituts in Braunschweig. 
In ihrer Ausstellung „Hunger machen“ beschäftigt sie sich mit Zusammenhängen von Nahrungsmittelhandel und Ernährungsunsicherheit. Dabei wählt sie einen umfassenden Blickwinkel, der von der globalen Entwicklung ausgeht und sich in den lokalen Kontext hinein bewegt. Anhand zahlreicher „Ökonomischer Objekte“  in der Ausstellung, die von Hand geformt und von Hand zusammengefügt wurden, hebt sie den Arbeitsanteil der vielen Hände innerhalb des globalen Nahrungsmittelsystems hervor und zeigt auf, wie Bauern weltweit ihrer Souveränität beraubt wurden.
Das REISESTIPENDIUM Europa in Niedersachsen wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem SPRENGEL PREIS ausgeschrieben, der ebenfalls gemeinsam vom Land Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung vergeben wird. Das Reisestipendium ermöglicht es europäischen Künstlerinnen und Künstlern, die von niedersächsischen Kunstvereinen vorgeschlagen werden, für die Dauer von sechs Monaten in Niedersachsen zu leben und zu arbeiten. 

Ein Sommerabend in der Ausstellung PARALLAXIE

Ulrike Buck   PERFORMANCE
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Paul D. D. Smith   KÜNSTLERPRÄSENTATION 
im Gespräch mit Christopher Kline 

Samstag, den 16. Juli um 19 Uhr 

Die Künstlerin Ulrike Buck bringt bei einer Performance ihre „Resonant Vessels“ zu Gehör, eine skulpturale Installation mit handgefertigten Keramikgefäßen und einer klanglichen Dimension. Setzt man mehrere Gefässe durch leichte Berührungen in Schwingung, werden diese Schwingungen elektronisch verstärkt und erzeugen eine vielstimmige Klanglandschaft. Buck erforscht Bildhauerei als einen Prozess der nonverbalen Kommunikation mit Material und Natur. Ihre künstlerische Praxis wird begleitet von Studien über die Evolution von Wahrnehmung, antike Technologien, Handwerk und modernem Tanz sowie ihrem Aufwachsen in einer Familie von Zimmerleuten und Bauern auf der Schwäbischen Alb.

Der Brite Paul D. D. Smith stellt im Gespräch mit Christopher Kline, ein Werk aus der Ausstellung vor das aus seiner Auseinandersetzung mit asketischen Traditionen hervorgegangen ist. „Sanctum Squint“ ist eine Lampe, deren zylindrischer Seidenschirm mit einer märchenartig anmutenden Landschaft bemalt ist. Im Zentrum des Panorams, in das man hineingehen kann, schwebt das Modell eines kirchenartigen Gebäudes. Durch kleine Luken blickt man in das beleuchtete Innere des Baus. Die panoptische Anordnung ist inspiriert von mittelalterlichen Eremiten und Eremitinnen, die sich lebenslang in einer Zelle in einer Kirche einschliessen liessen, deren einzige Lichtquelle und Verbindung zur Außenwelt ein kleiner Schlitz in der Wand war. 

Besucherinnen in „Sanctum Squint“ von Paul DD Smith
Ulrike Buck und Christoper Kline mit „Resonanz Vessels“

Parallaxie

25. Juni – 02. Oktober 2022

Ahmed Isam Aldin, Ulrike Buck, Andrea Canepa, Joel Kuennen, Leslie Kulesh, Albin Looström, Paul DD Smith, Anna M. Szaflarski, Daniel von Bothmer

Ausstellungsansicht. Anna Szaflarski, Paul D.D. Smith, Andrea Canepa. photo: Fred Dott

Eingeladen und kuratiert von Kinderhook & Caracas (Sol Calero | Christopher Kline), Kreuzberg Pavillon (Heiko Pfreundt | Lisa Schorm), The Mycological Twist (Eloïse Bonneviot | Anne de Boer)

Dieser Ort verhält sich wie ein Abstand. Wie ein kleiner, aber resistent bleibender, räumlicher Abstand von Realität und Virtualität. Zwei Ebenen die mittlerweile nahezu identisch erscheinen. Eine parallaktische Verschiebung, die den Skulpturenpark als Siedlungsformen ansieht und seine Nähe zu funkelnden Exoplaneten ermöglicht. Der Abstand ist real ist virtuell. Sein Dazwischen, ein von Bewegungen und Wanderungen gezeichneter, archaisch wirkender Landschaftsrhythmus. Eine bewegliche Perspektive, inmitten sonischer Felder.

Parallaxie ist ein kollektives Ausstellungsprojekt und Programm der beiden Berliner Projekträume Kreuzberg Pavillon und Kinderhook & Caracas, sowie der in Berlin ansässigen Künstlergruppe The Mycological Twist im Kunstverein Springhornhof in der Lüneburger Heide. Für die Entwicklung des parallaktischen Ausstellungsraumes hat jede der drei Gruppen jeweils drei Künstler*innen eingeladen.

Unter „Parallaxie“ verstehen die drei Projektteams einen interdisziplinären Übertragungsort, einen Ort an dem sich komplexe Objekte und Umgebungsreize in einzelne Komponenten der Wahrnehmung zerlegen um anschließend wieder zu komplexen Sinneswahrnehmungen zusammengeführt zu werden.

In einem über die gesamte Ausstellungszeit verlaufendem Programm, wird jede dieser drei Plattformen, an unterschiedlichen Tagen durch Gespräche, eine Performance, eine Lesung und eine Nachtwanderung aktiviert.

Der Kunstverein Springhornhof, der sich in den zwei Jahren der Pandemie pragmatisch auf Einzelausstellungen konzentriert hat, schafft damit Raum für andere kuratorische Handschriften, unterschiedliche Ausstellungsformate, Vermittlungsansätze und verschiedene Spielarten von Autorschaft, Teamwork und Partizipation.

Kreuzberg Pavillon ist ein Projektraum, der mit seinem Programm verinnerlichte institutionelle Praktiken in der bildenden Kunst in Frage stellt, welche bereits bestehende soziale Unterschiede und Exklusivität reproduzieren. Hierzu entstehen seit 2012 in Berlin-Kreuzberg, ein Raum für experimentelle   künstlerische, kuratorische und kunstvermittelnde Projekte, die als durchlässiges und kollaboratives System funktionieren und an einer ständigen Erweiterbarkeit und Neudramatisierung   durch spielerische Interventionen und sequenzielle Ausstellungsformen interessiert sind. Kreuzberg Pavillon wird von Lisa Schorm und Heiko Pfreundt betrieben und organisiert 2022 das sechste Project Space Festival Berlin.

Kinderhook & Caracas ist ein Berliner Projektraum, der von den Künstlern Sol Calero und Christopher Kline betrieben wird. Er ist nach ihren Heimatstädten Caracas, Venezuela, und Kinderhook, New York, benannt.   Seit seiner Gründung im Jahr 2011 wurden 33 Projekte vorgestellt, die in Zusammenarbeit mit in Berlin lebenden Künstlern entstanden sind, darunter ein Fernsehnetzwerk (conglomerate.tv), ein venezolanisches Musikarchiv und eine durch Geschichten erzählende Floßfahrt auf dem Berliner Landwehrkanal.

The Mycological Twist ist ein Projekt, der in Berlin lebenden Künstler*innen Eloïse Bonneviot und Anne de Boer. Sie nehmen die Mykologie als Inspirationsquelle, um sich mit ökologischen und sozialen Praktiken auseinanderzusetzen. Ihr Interesse reicht dabei  von verschiedenen Pilzkörper selbst bis hin zur verrottenden Materie tief unter der Erde. DIY-Methoden werden hierbei mit digitalen Kulturen verwoben, um Utopien für alternative Lebensformen zu konstruieren. The Mycological Twist begann 2014 in London. Seitdem entwickeln sie ein Programm aus Vorträgen, Campingsessions, Performances und Arbeiten weiterer Künstler*innen. 

Mit dem Forstfachmann zur Kunst im Wald

Am Sonntag, dem 3. Oktober um 11 Uhr laden wir alle Interessierten zu einer etwa zweistündigen Fahrradtour ein, die die Landschaftskunst rund um Neuenkirchen aus einem besonders aktuellen Blickwinkel betrachtet.

Gabriela Albergaria, D28. photo: Fred Dott, Hamburg

Begleitet von Wolfgang Löwe, Leiter des Bundesforstbetriebs Niedersachsen in Wense und engagiertes Mitglied im Vorstand der Stiftung Springhornhof, sowie Kunstvereinsleiterin Bettina v. Dziembowski, geht es um die vielschichtigen Beziehungen von Skulptur und Wald.

Als Jan Meyer-Rogge 1978 seinen „Aufgebäumten Stamm“ an einem Waldrand errichtete, war ihm dessen Gefährdung durch Umwelteinflüsse bereits sehr bewusst. Wie ein Fingerzeig ragt das Objekt aus einem Eichenstamm bis heute hoch in den Himmel. 

Am Schäferhofs bezieht sich der Klangkünstler Ulrich Eller mit dem „Hörstein“ auf geologische Prozesse, die diesen Ort geformt haben. Einige Schritte entfernt macht die Portugiesin Gabriela Albergaría mit ihrer Installation aus Ziegelsteinen die Spuren historischer Forstwirtschaft sichtbar. Die „Waage“ des israelischen Künstlers Micha Ullman tariert zwischen Monokultur und Mischwald ihr Gleichgewicht aus.  

Wie hat sich der Zustand der Wälder, in denen diese Kunstwerke im Laufe der letzten Jahrzehnte errichtet wurden, verändert? Welche Rolle spielt dabei der globale Klimawandel? Was ist zu tun, um diesen Lebensraum in seiner Vielfalt zu erhalten? Und was für eine Aufgabe könnte der zeitgenössischen Kunst dabei zukommen? Um diese und andere Fragen geht es im Gespräch mit dem Waldfachmann Wolfgang Löwe. 

Die Teilnahme an den Sonntagstouren ist dank der freundlichen Unterstützung durch die Volksbank Lüneburger Heide eG kostenlos. 

Leihfahrräder kosten je € 5 und können per Mail an info@springhornhof.de oder unter Telefon 05195 933 963 reserviert werden. 

Johan Thurfjell Ascend/aufsteigen

25.09. – 19.12.2021

Giant, Farbe, Pappmaché

Der Schwede Johan Thurfjell (*1970) ist ein Meister der Täuschung und des Spiels mit Erwartungen. Er wurde bekannt mit Installationen und modellbauartigen Objekten, bei denen er verschwommene Kindheitserinnerungen und verstörende Motive aus Filmen und der skandinavischen Märchen- und Sagenwelt ineinander fliessen liess. Etwa, indem er aus dem Gedächtnis gebaute Modelle der Häuser seiner Schulfreunde vor den Covern von Romanen des Grusel-Autors Stephen King präsentierte.

Im Erdgeschoss des Kunstvereins beschäftigt sich Thurfjell mit der Skulptur in ihren frühesten Ausformungen. Der Künstler arbeitet dabei in erster Linie mit Pappmaché und Ton, um natürliche Materialien – Stöcke und Steine – sorgfältig nachzubilden. Es geht ihm darum, den Moment zu erkunden, an dem ein Rohmaterial zur Skulptur wird, bzw. wo die Natur zur Kultur wird.

Im Obergeschoss spürt er dem Verschwinden nach. Sein Vater, ein Pastor und Psychotherapeut, erkrankte vor Jahren an Alzheimer. Was geschah mit dessen Vertrauen auf Gott, als er rapide sein Gedächtnis verlor und glaubte, er sei in seiner Jugend tatsächlich zum Mond gereist?

Eine kleine Maschine, die nach dem Zufallsprinzip handgeschnitzte Eicheln ausspuckt, stellt die Verbindung zwischen den beiden Ebenen der Ausstellung her. Die die Treppe hinunter fallenden Eicheln stehen für die unendlich verschiedenen Möglichkeiten, die jederzeit in einem Leben eintreten können. 

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Für die Förderung der Ausstellung bedanken wir uns beim Land Niedersachsen und dem Lüneburgischen Landschaftsverband

Das Kartenhaus/House of Cards

Präsentation mit den Teilnehmer*innen unseres Internationalen Jugendcamps und dem Künstler Rupprecht Matthies

Donnerstag, 9. September 18 Uhr 
Es gibt Heidekartoffeln, Matjes und Kräuterquark

Trotz der Pandemie konnte in diesem Jahr wieder ein Internationales Kunst-Workcamp im Springhornhof stattfinden, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen als in den vergangenen Jahren.
Eine Gruppe Jugendlicher aus Deutschland, Italien und Polen wohnt zwei Wochen auf dem Gelände des Springhornhofs und erkundet auf Fahrrädern die Umgebung des Dorfes.

Vormittags werden Landschaftskunstwerke gereinigt, Sichtachsen freigeschnitten, Unkraut gejätet und Steine freigelegt. Vor allem aber wird die Gruppe dem Hamburger Künstler Rupprecht Matthies dabei helfen, seine großen Wortobjekte „ankommen“ und „bleiben“ zu reinigen und ihnen neuen Glanz zu verleihen. Die Gemeinde Neuenkirchen hat dafür ihre tatkräftige Unterstützung zugesagt.

An den Nachmittagen entwickelt das Team gemeinsam mit Rupprecht Matthies und der Kunstvermittlerin und Kuratorin Corinna Koch eigene Wortobjekte, Bilder und Skulpturen, die zum Abschluss des Workshops in und unter den Eichen zwischen Springhornhof und St-Bartholomäuskirche installiert werden sollen.

Die bild- und identitätsstiftende Kraft der Worte steht im Zentrum des Werks von Rupprecht Matthies (*1959). Er realisierte seine verbalen Gestaltungen europaweit ebenso wie in den USA. Seit Ende der 1990er Jahre entstehen Arbeiten im öffentlichen Raum. Matthies’ Fokus liegt auf interaktiven, partizipatorischen Projekten zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen, an denen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen beteiligt sind. Auch die Rezipienten wirken am künstlerischen Prozess mit. Sie laden die Worte mit persönlicher Bedeutung auf, und geben ihren eigenen Wünschen, Hoffnungen, Vorstellungen darin Ausdruck.

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Der Aufenthalt der Jugendlichen wurde in Zusammenarbeit mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) organisiert und durch den Lüneburgischen Landschaftsverband, die VGH-Stiftung und die Rotary Clubs Walsrode und Hannover-Leineschloss großzügig unterstützt.

Alexandra Leykauf ANIMUS

10.07. – 12.09.2021

Für ihre Ausstellung in der Lüneburger Heide machte sich die Künstlerin auf die Suche nach dem „Anderen“. Sie findet dieses „Andere“ zum Beispiel in den Reproduktionen berühmter Landschaftsgemälde von Künstlern wie Van Gogh, Monet oder Renoir in Kalendern oder Büchern: Versteckte Gesichter, Körper oder Augenpaare, die plötzlich aus dem Bild zurück zu blicken scheinen. Mittels Vergrößerungen, Nachkolorierung, Drehung und perspektivischer Verschiebung arbeitet Leykauf diese Details heraus und macht sie sichtbar. Das Wahrnehmungsphänomen der „Pareidolie“ begegnet uns auch In der Natur wann immer wir meinen, in einer Wolkenformation ein Gesicht oder in einem Baumstamm eine Gestalt zu erkennen. Diese Fähigkeit, uns in anderen Menschen, aber auch in Tieren und der Natur wieder zu erkennen, ist die Grundlage für Empathie. 
An zentraler Stelle der Ausstellung widmet sich Leykauf Holzfiguren aus prähistorischen Sammlungen, die aus Mooren geborgen wurden und seltene Beispiele des germanischen und keltischen Glaubens sind. Es wird angenommen, dass sie Götter und Göttinnen verkörperten. Es ist dieser seltsame Vorgang, Bäume mit minimalen handwerklichen Eingriffen in menschenähnliche Figuren zu verwandeln, um sie als dieselben Götter zu verehren, die der keltisch-germanischen Mythologie zufolge die Menschheit aus Bäumen erschufen, die Leykauf an diesen Objekten fasziniert. Die Grobheit dieser Idole ist nicht auf mangelndes Können zurückzuführen – aufwändiger Schmuck aus der gleichen Zeit zeugt davon –, es scheint eher so etwas wie die Ökonomie der Mittel im Spiel zu sein. Zuerst scheint es einen pareidolischen Moment gegeben zu haben, einen Baum, der einer menschlichen Figur ähnelt, der dann mit möglichst wenig Eingriff vertieft und verbessert wurde. Ein Grund für die Entscheidung, die Idole eher abstrakt zu halten, war vielleicht auch Raum für Projektion und Imagination zu lassen. Fotografien dieser hölzernen Figuren reproduziert Leykauf nahezu lebensgross auf Spiegel, so dass sich die Erscheinung der Betrachtenden mit denen der Figuren vermischen. 
Wie in allen Arbeiten von Leykauf  steht auch hier Fragen der Repräsentation und Verkörperung im Mittelpunkt ihres künstlerischen Denkens. Während die „Vermenschlichung“ als unwissenschaftlich und daher als etwas zu Vermeidendes angesehen wird, würde Leykauf argumentieren, dass die Objektivierung der nicht-menschlichen Welt uns in den ökologischen Schlamassel gebracht hat, in dem wir heute stecken.


Alexandra Leykauf wurde 1976 in Nürnberg geboren, hat in Nürnberg und Amsterdam studiert und lebt mittlerweile in Berlin. Einzel- und Gruppenausstellungen hatte sie unter anderem in der Villa Du Parc, Annemasse (2015), der GAK, Bremen (2015), der Städtischen Galerie Wolfsburg (2014) im Stedelijk Museum Amsterdam (2014), und bei der III. Moscow Biennale in Moskau (2012). Ihre Werke sind in zahlreichen Sammlungen wie der des Centre Pompidou (F), des Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (F) und der Royal Dutch KPN Collection (NL) vertreten.

Gefördert durch das Land Niedersachsen und den Lüneburgischen Landschaftsverband

Skulptur, Landschaft und Bewegung

Sonntag, 1. August ab 11 Uhr 

Bei der nächsten Kunsttour des Kunstvereins Springhornhof am geht es per Fahrrad zu den Landschaftskunstwerken zwischen Neuenkirchen und Brochdorf. Die Teilnehmer’*innen bewegen sich dabei nicht nur von Skulptur zu Skulptur, sondern auch an den einzelnen Stationen.  

Abb: Raphaela Schäfer mit Teilnehmer*innen im Sommer 2019, Foto: Frank Schäfer

Skulpturale Aspekte wie Spannung, Gleichgewicht, Masse und Volumen in den Werken von Hawoli, Nikolaus Gerhard, Horst Hellinger, Harald Finke und anderen werden vor Ort betrachtet und unter der Anleitung der erfahrenen Physiotherapeutin Raphaela Schäfer (Neuenkirchen) in einfache Bewegungsabläufe aus dem Yoga und Pilates übersetzt. 

Durch die Freude an der Bewegung und die Verbindung von visuellen Reizen und der eigenen körperlichen Erfahrung kann die Kunst neu und intensiver wahrgenommen werden. Dabei überrascht die Erfahrung von Bewegungen, die einem im Alltag vielleicht gar nicht bewusst sind, die sich aber doch auf die eigenen Stimmung und Empfindung auswirken. 

Menschen jeden Alters und jeden Fitnesslevels sind herzlich willkommen!
Bitte bequeme Kleidung und Getränke mitbringen. 

Die Kontaktdaten werden erfasst. Eine Mund-Nasen-Bedeckung und ein Corona-Test sind unter freiem Himmel nicht erforderlich. 

Leihfahrräder stehen gegen Gebühr (für die Tour € 5, ganzer Tag € 10) bereit. 

Die Teilnahme an unseren Sonntagstouren ist dank der freundlichen Unterstützung durch die  Volksbank Lüneburger Heide eG kostenlos. 

Forced Feral / Erzwungene Verwilderung

Neue Landschaftskunstwerke und künstlerische Interventionen
von Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita und Raphael Wutz.
Betreut von Kayle Brandon, Ingo Vetter und Olav Westphalen
Ein Projekt in Kooperation mit der Hochschule für Künste Bremen

Aussenarbeiten bis Oktober 2021.
Den Lageplan bekommt man im Springhornhof.

Ausstellung vom 27. Juni bis 04. Juli.

Nicht ohne meine Kaffeeschuhe! Und nur mit Muschelschalen voller Marmelade nähern wir uns den Landschaftskunstwerken des Kunstvereins Springhornhof in der Lüneburger Heide. 

Kuratorin Bettina von Dziembowski lud die Studierenden der Klasse Kayle Brandon/Ruth Rubers/Ingo Vetter/Olav Westphalen von der Hochschule für Künste Bremen nach Neuenkirchen ein, um mit dem Kunstverein und den seit den 1960er Jahren entstandenen und heute rund 40 Werke umfassenden Skulpturen im offenen Landschaftsraum zu arbeiten. Die Corona-Pandemie veränderte alles, die Formen der physischen und sozialen Auseinandersetzung, durchdrang Planung, Umsetzung, Kommunikation und Vermittlung. Die Pandemie wurde zur Bedingung dessen, was wir „Erzwungene Verwilderung“ nennen.

Aus den normalen, alltäglichen, gewohnten, sozialen und räumlichen Beziehungen heraus gedrängt und in den Sicherheitsbereich von Hygiene- und Abstandsregelungen getrieben zu werden, erzeugte Nebeneffekte, die durch uns hindurchwirkten. Mit wenigen Orten, an die wir gehen konnten, wanderten wir gleichzeitig in die Natur und in virtuelle Konferenzräume. In der Abwesenheit des gewohnten Alltagslebens keimte ein Zustand der Verwilderung auf. 

Seit Frühjahr 2020 waren wir regelmäßig vor Ort, trafen uns im Kunstverein und okkupierten das Gastatelier. Wegen Corona durften wir nicht mehr als Gruppe auftreten, stattdessen tauchten einzelne Studierende in die Umgebung ein. Einsinken und sich vertraut machen mit den Orten wurde von der Pandemie mitgestaltet. Aufkommende Wünsche wurden durchdacht und sogar das Zelten im Winter schien eine gute Idee zu sein. Es wurde viel herumgelaufen oder fahrradgefahren und mit den Menschen der Gegend geredet, weil es so viele Dinge gab, von denen wir keine Ahnung hatten: Ortstein, Tiefpflügen, furzende Kühe oder wieder eingewanderte Wölfe. 

Bei unserer Suche nach Anknüpfungspunkten und Verbindungen waren formale skulpturale Mittel wenig hilfreich. Stattdessen konnten wir uns dem Thema mit Pilze sammeln, verirren, nassen Füßen und schmutzigen Händen, Tinder-Wischen oder sitzen in Bäumen nähern. Es wurde viel gegraben, vergraben, geklettert und ausgegraben. Entstanden sind 17 neue Werke, die menschliche und nicht-menschliche Beziehungen verweben, Angebote für ein Miteinander schaffen oder Orte neu erschließen. Entlang des Hahnenbachs zwischen Neuenkirchen und Rutenmühle finden sich nun monumentale Betonskulpturen, ein bemalter Baum im Wald, ortsbezogene Performances bis hin zu Foto- und Videoarbeiten oder filigranen 3D-Drucken im Springhornhof selbst. 

Die Werke sprechen miteinander und suchen die Aufmerksamkeit der Besucher des Springhornhofs, der Gemeinde Neuenkirchen, der Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Virenwelt, der industrialisierten Felder, der Steine und der schlammigen Begierden. Die künstlerischen Arbeiten werden zu Fäden eines Gewebes und – um bei der Metapher von Donna Haraway zu bleiben – wenn an einem Faden gezogen wird, offenbaren die Verbindungen eine Bewegung im gesamten Gewebe.

Besonders danken wir 
Familie von Fintel (Delmsen), Jens Prüser (Neuenkirchen), Wolfgang Hinze (Brochdorf), Heinrich Inselmann (Neuenkirchen), Johann Kath (Rutenmühle), Thomas Methner WRM (Grauen), der Gemeinde Neuenkirchen, den Stadtwerken Schneverdingen und der St Bartholomäus Kirchengemeinde (Neuenkirchen) für Rat und Tat und dafür, dass sie uns die Plätze für die Aussenarbeiten zur Verfügung gestellt haben.

Gefördert durch das Land Niedersachsen und den Lüneburgischen Landschaftsverband, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Waldemar Koch Stiftung, Fonds Innovative Lehre und Freundeskreis der Hochschule für Künste Bremen.

Weltneuheit aus Tewel!

Die Künstlerin Antje Schiffers und der Springhornhof laden herzlich dazu ein,
am Freitag, den 18. Juni um 18 Uhr im Schützenhaus Tewel
gemeinschaftlich das nächste Produkt für den Internationalen Dorfladen zu erfinden.

Shop-Betreiberin Antje Schiffers bei der Ideenfindung

Seit vier Jahren gibt es im Kunstverein Springhornhof in Neuenkirchen eine ständige Filiale des International Village Shop der Künstlerinnengruppe Myvillages. Die darin angebotenen Waren wurden eigens von DorfbewohnerInnen in Europa und darüber hinaus erdacht und sind stets mit Erzählungen aus ihren Dörfern verbunden. Während alle anderen Versionen dieses Village Shops temporär sind, sei es im Sprengel Museum in Hannover, sei es derzeit im Kunsthaus Graz, ist der Laden in Neuenkirchen permanent und verfügt über die größte Bandbreite an Produkten

Bereits einige Shop-Klassiker wurden in der Lüneburger Heide entwickelt und in die Welt getragen, der Neuenkirchener Kartoffelschlafsack etwa oder Janus, die Wolfskerze aus Walsrode. Der Kartoffelschlafsack aus Soltauer Filz, ist eine bewährte Aufbewahrungsform für Kartoffeln im modernen Haushalt geworden, beliebt von Russland bis Italien. Die Wolfskerze steht für die Wiederkehr des Wolfes in die Lüneburger Heide und die zwei Gesichter, die ihm zugedacht werden, je nachdem, ob man ihn fürchtet oder begrüßt.
Nach Monaten der Pandemie ist der Ideen- und Warenaustausch durch den Internationalen Dorfladen ins Stocken geraten. Höchste Zeit, dem durch den Erfindungsreichtum der Menschen im Heidekreis ein Ende zu bereiten!
Diesmal soll das gesuchte Produkt einen Bezug zum 570-Seelen-Dorf Tewel nördlich von Neuenkirchen haben. Auf welche lokalen Erzählungen könnte man hier Bezug nehmen? Was wäre ein gutes Gastgeschenk aus Tewel? Welche Ressourcen, Produktionsmöglichkeiten, Fähigkeiten und Fertigkeiten gibt es in der Nähe? Bereits jetzt ist bekannt, dass es in Tewel eine der letzten Stielfabriken, eine gewaltige Kiesgrube, fähige Schneiderinnen, einen Trophäenhersteller, eine Skulptur von Tony Cragg, eine Landschlachterei und eine Milchtankstelle gibt. 
Willkommen sind Menschen aller Generationen und Berufe. Leute, die sich mit Tewel auskennen und etwas erzählen oder zeigen können. Und Leute, die sich nicht mit Tewel auskennen, aber Lust haben die Möglichkeiten vor Ort zu erkunden und ihre Ideen einzubringen. 

Im Schützenhaus ist viel Platz, um alle Abstandsregeln einzuhalten. Die Kontaktdaten werden erfasst. Es gelten die üblichen Regeln zur Eindämmung der Pandemie. 

Sommerliche KlappKlapp-Gespräche und Heim suchungen

Samstag, d. 12. Juni 2012

16 Uhr  Freiluftgespräch und Ausstellungsrundgänge mit Verena Issel 
In Issels fulminantem Ausstellungsparcours KLAPP KLAPP erobern sich kleine Bilder, die zunächst als private Übung gedacht waren, die Freiheit. Die kunterbunten Motive werden zum Raum, sie springen über auf Wände und Böden, mutieren zu frei stehenden Umrissen, wiederholen sich, wechseln Farben und Proportionen und flirten heftig miteinander. Was das mit Corona zu tun hat und was es mit dem „Schnuckentempel“ und der unstillbaren Liebe der Künstlerin zur Antike auf sich hat, soll mit ihr besprochen werden!

18 Uhr  Drei Heim suchungen mit Tanz und Gesang
Regisseurin, Tänzerin und Sängerin Sommer Ulrickson, die viele von unserer legendären „Dorfladen-Revue“ im Dezember 2019 kennen, hat mit Shannon Leypoldt, Eli Cohen und Marcel Holthaus (Musik) eine Aufführung für drei Stationen rund um den Springhornhof entwickelt. Die drei Darstellerinnen kommen von „woanders“ und müssen erst herausfinden, wo und wie man sich wohlfühlen kann. Auf dem Land, im Schatten einer Skulptur, umgeben von Bäumen, unter Menschen – ,oder besser weit entfernt von Menschen? Der Titel „Heim suchen“ kann Positives und Negatives bedeuten. Sommer Ulricksons Inszenierungen sind geprägt von akrobatischem Körpereinsatz, Poesie, Rhythmus, Sprachwitz und Neugier auf Grenzüberschreitungen aller Art.

Dazu gibt es KLAPP-KLAPP-Kuchen, Schnuckengulaschsuppe und Getränke im Garten.

Das Förderprogramm „Neustart Kultur“ hat uns ein großes Zeltdach für den Vorplatz beschert, so dass wir auch bei Regen geschützt und gut belüftet sind. 

Ihre Kontaktdaten werden erfasst. Bitte halten Sie sich an die geltenden Abstandsregeln und tragen einen Mund-Nasenschutz solange sie nicht an einem festen Platz sitzen.

Landschaftskunstwerke zeichnen

Eine Sonntagstour mit Praxis
Leitung: Karin Haenlein

Zur ersten Landschaftskunsttour dieses Sommers nehmen wir Papier und Zeichenstifte mit. Mit eigenen PKW’s geht es vom Kunstverein aus zu den Skulpturen von Rupprecht Matthies, Gary Rieveschl, Rolf Schneider und Rolf Jörres. 
Anhand einfacher praktischer Übungen werden dort verschiedene Methoden und Techniken des Zeichnens erprobt. Wir wechseln die Perspektive, probieren verschiedene Werkzeuge aus und suchen eine eigene Zeichensprache. Vorkenntnisse oder besonderes Können sind nicht erforderlich. Experimentierfreude und Neugier sind hilfreich! Beim zeichnen nimmt man die Materialität und die Komposition der Skulpturen viel aufmerksamer wahr.
Bei Regen erkunden wir zeichnerisch die Ausstellung KLAPP KLAPP von Verena Issel.
Papier, Stifte und Sitzgelegenheiten werden gestellt.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung unter Tel 05195 933 963 oder info@springhornhof.de. 
Bitte tragen Sie einen Mund-Nasenschutz und halten sich an die Abstandsregeln. 

Die Teilnahme ist dank der freundlichen Unterstützung durch die Volksbank Lüneburger Heide eG kostenlos. 

Verena Issel / What I Never Thought (umfragebasiertes Neonbett

Die Installation „What I Never Thought (umfragebasiertes Neonbett)“ von Verena Issel geht auf eine Umfrage unter den Bewohnern des Heidedorfs und den Mitgliedern des ländlichen Kunstvereins zurück. Die Künstlerin erkundigte sich per Mailing, Facebook und Zeitungsaufruf nach nervigen Situationen, die man in Zeiten der Pandemie unverhofft vermisst.

Einige der Antworten wie „Die stinkenden kleinen Freunde meines Sohnes“, „ergebnislose Besprechungen“, „Enkel, die einem die Luft abdrücken“ kann man nun aussen am Kunstverein nachlesen. Die ehemalige Pastorin des Ortes, die mittlerweile in Mailand lebt, vermisst „Das Waschen der Bettbezüge, nachdem Besuch da war und man eigentlich eher die Nächte durch geredet anstatt geschlafen hat.“ Damit lieferte sie das Motiv der Neonbettwäsche, die am schönsten bei einem Spaziergang in der Dämmerung zu erleben ist.

Natalia Stachon / Worddust everywhere

19.09. – 20.12.2020

Natalia Stachon (*1976 in Kattowitz, lebt und arbeitet in Berlin) entwickelt für ihre Ausstellung „Worddust everywhere“ im Kunstverein Springhornhof ein Gefüge aus Skulpturen, Rauminterventionen und Zeichnungen, in dem die Gegenwart von Sprache und Zeichen sinnlich erfahrbar wird. Als geprägte, auf dem Boden verstreute Straßenschilder mit Wortfragmenten. In Form transparenter Objekte an den Wänden, die an Lautsprecher erinnern, jedoch eher eine stumme Abwesenheit spürbar machen. Oder als zerknüllte in aufwändiger Handarbeit polierte Kupferblätter, die scheinbar achtlos wie verworfene Visionen und Ideen daliegen. 

Die Künstlerin zeigt uns hier die leeren Bühnen und Kulissen – die Infrastruktur, die wir errichten und in der wir unsere Getriebenheit ausleben. Doch sie überführt diese in poetische Orte voller Stille, Eingefrorenheit und Intensität, in denen Raum und Sprache zur einer Einheit werden.

Der Titel der Ausstellung stammt aus dem Roman Nova Express (1964) von William S. Burroughs, den er in der cut-up Methode verfasste: dazu hat er unterschiedliche Textquellen in kleine Fragmente zerschnitten oder gefaltet und dann neu angeordnet. Durch diese endlose Überlagerung von Ausschnitten scheint alles ineinander zu greifen und auf einmal Sinn zu ergeben. Wie ein tausendfach belichteter Film enthält diese Literatur einen unwiederbringbaren Augenblick lang Vieles von Aktualität und Bedeutung. 

Wortfragmente sind in unserer Gegenwart unausweichlich. Staub gleich legen sich die Anweisungen, Verbote, Nachrichten, Wortketten auf alles, kriechen in jede Ritze. „Wie Gefangene stecken wir fest in einer riesigen Schreib,- Beschriftungs- und Beschreibungsmaschine“ (Tom McCarthy). Doch genau in dieser Unfassbarkeit hat Burroughs auch die poetische Sprengkraft von Sprache erkannt. 

Natalia Stachon studierte von 1997–2004 in Hamburg an der Hochschule für bildende Künste und an der Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst. 2010 war sie Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin. Ihre Werke waren unter anderem im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, im Center of Contemporary Art, Torun/Polen, im Haus Konstruktiv Zürich, im n.b.k. Neuer Berliner Kunstverein und im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt zu sehen. 2013 erschien die Monographie Natalia Stachon. Daimler Artist Book #3, herausgegeben von der Daimler Kunstsammlung Stuttgart/Berlin.

Essen & Schlafen

Wir vermieten unser Gastatelier
Das Atelier für bis zu 4 Personen liegt mitten im Dorf mit weitem Blick durch bodentiefe Fenster in das Hahnenbachtal. An warmen Tagen bietet die Veranda ein schattiges Plätzchen zum essen, ausruhen oder arbeiten.
Informationen, Preise und Buchungen über:  
https://www.traum-ferienwohnungen.de/301105/?persons=4

wenige Schritte entfernt:
Café & Ferienwohnungen Hof Wilkens, Bahnhofstraße 11Café Fr – So 14 – 18 Uhr (Weihnachten bis Ostern geschlossen)
Hotel & Restaurant Neuenkirchener Hof, Hauptstraße 27, regionale Küche, Biergarten
Eiscafé Venezia, Hauptstraße 27 (in den Wintermonaten geschlossen)
La Piazza, Hauptstraße Ecke Frielinger Str., einfache ital. Küche, Pizza
Bäckerei & Cafe Schlumbohm, Bahnhofstraße
Bäckerei & Cafe Tamke, Hauptstraße

Weitere Tipps und Informationen erhalten Sie bei der Heidetouristik Neuenkirchen.

Antje Schiffers / Myvillages

Buchen und Eichen treten auf

21. Mai – 30. August 2020

In ihrer Ausstellung schreibt die Künstlerin Antje Schiffers einen Theaterabend fort, der im vergangenen Dezember an diesem Ort stattgefunden hat. 

Geschichten und Assoziationen rund um die Produkte, die im „International Village Shop“ im Foyer des Kunstvereins erhältlich sind, haben Schiffers und Choreographin Sommer Ulrickson mit mehr als 30 Mitwirkenden aus dem Dorf kollektiv als abendfüllende Revue in Szene gesetzt. 

Bühnenbilder, Szenen und Requisiten der Revue hat Schiffers nun durch Fotos, Wandgemälde, Shakespearezitate, Autogrammkarten und einen großen Kulissenfundus ergänzt und eine mehrteilige begehbare Inszenierung daraus gemacht – fragmentarisch, ein bisschen melancholisch und mit zweifelhaftem Wahrheitsgehalt. 

Es geht um das Präsentieren und Inszenieren von Geschichten, Orten und Ereignissen. Wer bestimmt, was erzählt wird und wie? Bühnen und Festplätze werden vorbereitet und warten auf den Auftritt, den Austausch, das Fest. 

Gefördert durch den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Stiftung Niedersachsen

Will Beckers DER WANDERER

DEU, Niedersachsen, Neuenkirchen, 2019, Skulptur „Der Wanderer“ von Will Beckers – Kunstverein Springhornhof in der Lueneburger Heide, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg

Im August 2018 waren im Springhornhof zwölf Jugendliche aus Italien, Mexiko, Serbien, Frankreich, Russland und Deutschland zu Gast, um gemeinsam mit dem Künstler Will Beckers eine Skulptur am Randes eines Wäldchens bei Holtmannshof zu errichten.

Die Skulptur „Der Wanderer“ besteht aus einem Grundelement aus Corten-Stahl, dessen Form und Proportion an einen großen Findling oder ein Schneckenhaus erinnert. Über das Objekt verläuft eine Inschrift, die auf natürliche Migrationsprozesse hindeutet, die sehr weite Räume und große Zeitspannen umfassen. Rund um den „Wanderer“ wurden Haselsträucher gepflanzt, die das Objekt im Laufe der Jahre immer stärker einfassen, überschatten und verdecken werden.
Will Beckers Skulpturen sind aus Naturmaterialien, oft in symbiotischer Verbindung mit Stein und Metall. Als „lebende“ Kunstwerke werden sie im Laufe der Zeit von der Vegetation durchdrungen und verändert. Viele seiner Skulpturen sind von eindrucksvoller Größe, mitunter begehbar und fungieren oft als Durchgang, Tunnel oder schützender Raum inmitten der Landschaft. 

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Gefördert durch die Leader-Region Hohe Heide, den Lüneburgischen Landschaftsverband und die Bingo Umweltstiftung

Das zweiwöchige Sommercamp wurde in Zusammenarbeit mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) organisiert.
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Expedition Natur

Jasper de Beijer, Patrick Bergsma, Karin Bos, DAT (Tammo Schuringa, Claudie de Cleen, Corinne Bonsma), Simon Faithfull, Florian Göttke, Scarlett Hooft Graafland, Lynne Leegte, Jochem op ten Noort, Henk Wildschut, Marjolijn de Wit, Erik Wuthrich

14. April – 17. Juni 2018

Karin Bos, spyglass

„Expedition Natur“ zeigt Arbeiten von überwiegend niederländischen Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der Darstellung von Landschaften befassen und deren Arbeitsweise durch einen spezifischen Umgang mit Materialien, Proportionen, Perspektiven und Versatzstücken zu charakterisieren ist. Einige nähern sich ihrem Thema dokumentarisch, andere haben einen forschenden Ansatz oder verarbeiten Darstellungen bekannter Sujets und Situationen. Reisen durch das In- und Ausland liefern Ideen, Bilder und Geschichten. Als Entdecker, Forscher, Erzähler oder Erfinder erkunden sie das menschliche Eingreifen in die Natur; manchmal ist der Weg das Ziel.

Gefördert durch das Land Niedersachsen, die Stiftung Niedersachsen und den Lüneburgischen Landschaftsverband.

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museum CODA Apeldoorn (NL), kuratiert mit Karin Bos (Amsterdam)

 

Björn Braun

2. September – 29. Oktober 2017

Die Skulpturen, Objekte und Installationen von Björn Braun (*1979, lebt in Berlin) entstehen durch die Transformation von einfachen Dingen wie Federn, Kartoffeln, Stühlen oder Papier. Die Gestalt und die Beschaffenheit seiner Ausgangsobjekte unterzieht er Veränderungsprozessen, aus denen sich neue poetische Bedeutungen und Zusammenhänge ergeben.

Im Schnellkochtopf werden Bücher über Landschaftsmalerei so lange gekocht bis aus dem Brei Papier geschöpft werden kann, das auf Keilrahmen gezogen und dann als faserig abstraktes Landschaftsbild an die Wand gehängt wird.

Bei anderen Arbeiten bezieht Björn Braun die Aktivitäten von Tieren auf unterschiedliche Weise in künstlerische Prozesse ein. Mal werden die Tiere angelockt um ihre Spuren an Skulpturen und Installationen zu hinterlassen, mal wählt der Künstler bunte Fäden aus, die von Zebrafinken zu zarten Gespinsten weiterverarbeitet werden, oder er lässt Skulpturen aus den Abgüssen von Spechthöhlen und Maulwurfsgängen entstehen.

 

International Village Shop

Our „International Village Shop“ by artist group Myvillages founded by Kathrin Böhm (GB), Wapke Feenstra (NL) and Antje Schiffers (D) is social sculpture, network and distribution channel at the same time.

The product range includes existing local products, such as Friesland’s horse-milk soap or Brooms from the Lüneburg Heath, as well as new things developed by villagers all over the world especially for the „International Village Shop“: „Frogbutter spoons“ from Oberfranken, „caravan flowerpots“ from Northern Ireland, „farmer porcelain“ from Spain or „Fufu Bowls“ from Ekumfi-Ekrafwo in Ghana. And, of course, there is also the „Potato Sleeper“ from felt, which was invented in Neuenkirchen.

The range of goods represents local resources, international connections, regional cooperations, unexpected self-presentations and shows us a treasure of ideas and knowledge from the country.

  • DEU, Niedersachsen, Neuenkirchen, 2017, Ausstellung Internationaler Dorfladen im Kunstverein Springhornhof in der Lueneburger Heide, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg
  • DEU, Niedersachsen, Neuenkirchen, 2017, Ausstellung Internationaler Dorfladen im Kunstverein Springhornhof in der Lueneburger Heide, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg
  • DEU, Niedersachsen, Neuenkirchen, 2017, Ausstellung Internationaler Dorfladen im Kunstverein Springhornhof in der Lueneburger Heide, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg
  • DEU, Niedersachsen, Neuenkirchen, 2017, Ausstellung Internationaler Dorfladen im Kunstverein Springhornhof in der Lueneburger Heide, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg
  • DEU, Niedersachsen, Neuenkirchen, 2017, Ausstellung Internationaler Dorfladen im Kunstverein Springhornhof in der Lueneburger Heide, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg

Mutter / Genth DIE INNERE LOGIK DER GESCHICHTE

Anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Landschaftskunstprojekte von Kunstverein & Stiftung Springhornhof haben die Hamburger Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth eine mechanische Installation mit der Holzfassade des Ausstellungsgebäudes realisiert. „Die innere Logik der Geschichte“ bezieht sich unmittelbar auf den Ort Neuenkirchen und seinen Entstehungsmythos. Die Existenz Neuenkirchens wird auf die erste mittelalterliche Kirche zurückgeführt, die an der Stelle des heutigen Kirchenbaus errichtet wurde. Zu ihrer Gründung ist eine einzige Geschichte schriftlich überliefert, mit der sich lokale Heimatforscher in jahrelanger Arbeit auseinandergesetzt haben. Sie wurde auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht und in das lückenhafte Puzzle aus geschichtlichen Überlieferungen eingeordnet. 1958 stellte die Gemeinde trotz der Annahme, dass die Geschichte sich so nicht ereignet haben kann, einen Antrag das Gemeindewappen mit Elementen dieser Geschichte zu gestalten. Die künstlerische Arbeit ist die meiste Zeit nahezu vollständig verborgen. Nur eine Wetterstation auf dem Dach und die feine Linienzeichnung eines Fensterausschnitt es in der Fassade sind permanent sichtbar. Von Zeit zu Zeit öffnen sich ohne Ankündigung zwei Läden im Giebel und schwenken langsam nach außen. Durch eine verborgene Mechanik schließen sich die zwei Hälften eines metallenen Pferdekopfes in der Mitte zu einer Figur. Weithin verkündet sie die Entstehungslegende des Dorfes Neuenkirchen; jedoch immer wieder in einer anderen Version. Die verschiedenen Versionen konzentrieren sich jeweils auf einen anderen Aspekt des Mythos. Nach der Erzählung schließen sich die Läden wieder.

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Wir danken dem Land Niedersachsen und dem Lüneburgischen Landschaftsverband für die großzügige Unterstützung


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Kunstverein & Stiftung SPRINGHORNHOF
Tiefe Straße 4
D-29643 Neuenkirchen (bei Soltau)
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Bettina v. Dziembowski und Monika Zimmermann
GRAFISCHES KONZEPT UND PROGRAMMIERUNG
Agata Krolikowski
Inhaltlich verantwortlich gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Bettina v. Dziembowski

Alle Rechte, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung sowie Übersetzung vorbehalten. Keine der Abbildungen darf ohne Genehmigung des jeweiligen Künstlers reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden

© Kunstverein & Stiftung Springhornhof, die Künstler/innen, Fotograf/innen und Autor/innen, 2012

 
 

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