Llobet & Pons / Bevölkerungspyramidengrillplatz

Das spanische Künstler-Duo Llobet & Pons hat gemeinsam mit Dorfbewohnern und unterstützt von einem Team von Jugendlichen aus China, Deutschland, Frankreich, Russland, Serbien und Spanien eine partizipative Außenskulptur in Behningen bei Neuenkirchen entwickelt. 
Zwischen dem Dorfgemeinschaftshaus, das vor kurzem von den Dorfbewohnern renoviert wurde, dem Feuerwehrhaus und dem Spielplatz entstand der zweiteilige „Bevölkerungspyramidengrillplatz“, dessen skulpturale Gestaltung auf statistischen Daten zur Bevölkerungsentwicklung im Heidekreis basiert. Das Anliegen der beiden Künstler war es, eine Struktur zu schaffen, die einen praktischen Nutzen hat und zum Nachdenken über die Zukunft anregt. Ein Ort zum Feiern, an dem Dorfbewohner und Kunstbesucher sich treffen, picknicken und grillen können und der im Gegensatz zur traurigen Realität der Landflucht steht.

Seit 2002 erarbeiten Jasmina Llobet (*1978, Barcelona E) und Luis Fernández Pons (*1979, Madrid E) gemeinsam Skulpturen, Objekte und Installationen für den Innen- und Außenraum. Das künstlerische Vorgehen der beiden basiert auf der Beobachtung sozialer Beziehungen und dem Dialog. Vielfach verändern Llobet & Pons Alltagsgegenstände wie Baumaterialien, Kleidungsstücke oder Sportgeräte, um diese in einer Weise nutzbar zu machen, die den Objekten eine neue Bedeutung verleiht. Zu ihren bekanntesten Werken im Öffentlichen Raum zählt „Multibasket – No one wins“, eine variantenreiche Serie von Skulpturen aus Basketballkörben, bei denen das Spiel nach neuen Regeln erfolgen muss. In Barcelona wurden 2018 mehrere Körbe zu einem Ring angeordnet, auf Kuba bewegte sich 2015 ein „Basketmobil“ auf einem langsam fahrenden Auto durch ein Wohngebiet. In der Ausstellung „The Playground Project“ 2018 in der Bundeskunsthalle Bonn, markierten Basketballkörbe die Standorte von Ankerzentren für Geflüchtete auf großen Tafeln mit den Umrissen von Spanien und Nordrhein-Westfalen. 

Der „Bevölkerungspyramidengrillplatz“ wurde durch die Leader-Region Hohe Heide, den Lüneburgischen Landschaftsverbend und die VGH-Stiftung gefördert.
Der Aufenthalt der Jugendlichen wurde in Zusammenarbeit mit den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) organisiert und durch die Rotary Clubs Walsrode und Hannover-Leineschloss unterstützt.