Rolf Schneider — aufkreuzen (1984)
Diese Installation entstand im Rahmen eines Künstlersymposiums zum Thema „aufkreuzen“, an dem Rolf Schneider (1948–2006) beteiligt war. Eines der wiederkehrenden Themen des Heidelbergers war die Raumwirkung klarer geometrischer Formen, wobei er ausschließlich mit vorgefundenem Material arbeitete. Sein verzinkter Leitungsmast, durch den zwei dreizehn Meter lange, gekreuzte Eisenträger führen, tritt dem Besucher plötzlich als Fremdkörper auf einer kleinen Waldlichtung entgegen. Wie eine Wegmarke präsentiert sich ein artifizielles Kreuz aus Stahl und rotem Lack. Ist dies ein Zeichen, das etwas markiert, auf einen dahinterliegenden Sinn oder einen zu hebenden Schatz verweist? Die Arbeit ist jedenfalls nicht als bloßes Signal zu verstehen. Sie verweist auf sich selbst, stellt Form und industriell produzierte Materialeigenschaften aus und zeigt das Beziehungsmuster der drei Komponenten, die nur locker miteinander verbunden erscheinen. Mit großer Kraft streben die drei Elemente in verschiedene Richtungen, werden weitergedacht und sind doch alle fest im Boden verankert. Rolf Schneiders Interesse gilt dem Moment, in dem Dinge in unsere bewusste Wahrnehmung eindringen. Als Komplementärkontrast zu ihrer Umgebung gesetzt, markiert die Arbeit eine Bruchstelle und vergegenwärtigt dem Besucher die umgebende Natur. Wir entdecken etwas, das doch schon da war.
