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Die norwegisch-deutsche Künstlerin Verena Issel ist bekannt für ihre vielteiligen, teils begehbaren Szenarien aus Objekten, Zeichnungen und Wandmalereien, deren gesellschaftspolitische und kulturhistorische Bezüge trotz ihrer Verspieltheit eine eindringliche Ernsthaftigkeit entfalten können.

Ausgangspunkt von Issels fulminanten Parcours bunt ineinander übergreifender Bilder und Räume, der sich über das gesamte Erdgeschoss des Kunstvereins erstreckt, ist eine Serie von Zeichnungen unter dem Titel „January Depression (Remedy)“. Die etwa vierzig Bilder entstanden Anfang vergangenen Jahres, als die Künstlerin aufgrund der Corona-Pandemie drei Wochen in strikter Quarantäne in ihrer Berliner Wohnung verbringen musste.

In dem Versuch die Situation zu akzeptieren, statt sich daran aufzureiben, erlegte sich Issel eine Reihe strenger Regeln auf. Sie beschloss, sich auf das Medium Malerei zu beschränken, nur auf grauem Karton im Format 24x30cm zu malen, und nur ungemischte Grundfarben aus einer sehr begrenzten Farbskala zu verwenden, die sie in breite Textmarker einfüllte und damit auf das Papier auftrug.

Das Regelwerk klingt recht simpel, bedeutete jedoch für Issel, die mit ihrer Kunst normalerweise über ganze Räume oder Wände verfügt, eine harte Einschränkung. Dennoch zwang sie sich jeden Tag mindestens zwei Bilder zu malen.

Die Therapie gelang. Verena Issel entging den Verlockungen von Netflix und der drohenden Corona-Depression und entwickelte ungeahnte Freude daran, Farben und Formen auf kleinem Format zu kombinieren – mal abstrakt, mal gegenständlich, mal klar umrissen, mal verspielt. Das einzige, was sie sich zusätzlich erlaubte, war es Gegenstände aus dem Haushalt – bunte Ohrstöpsel, Plastikfransen oder Schaumstoffteilchen – mit ins Spiel zu bringen.

In der Ausstellung im Springhornhof erobern sich die kleinen Bilder, die zunächst als private Übung gedacht waren, nun die Freiheit zurück. Die bunten Motive werden zum Raum, sie springen über auf Wände und Böden, mutieren zu frei stehenden Umrissen, wiederholen sich, wechseln Farben und Proportionen und flirten heftig miteinander.

Das Obergeschoss des Ausstellungsgebäudes gestaltet die in lateinischer Sprache und Mythologie bestens bewanderte Künstlerin um zur „Antikenabteilung“. Ein Wandfries im Kartoffeldruck, Kapitelle aus Schafwolle, antike Vasen auf Sperrholz und Badematte sowie dubiose Marmorbrocken erzählen von kulturellen Missverständnissen und der unerfüllten Liebe zur Antike.

Die norwegisch-deutsche Künstlerin Verena Issel ist bekannt für ihre vielteiligen, teils begehbaren Szenarien aus Objekten, Zeichnungen und Wandmalereien, deren gesellschaftspolitische und kulturhistorische Bezüge trotz ihrer Verspieltheit eine eindringliche Ernsthaftigkeit entfalten können.

Ausgangspunkt von Issels fulminanten Parcours bunt ineinander übergreifender Bilder und Räume, der sich über das gesamte Erdgeschoss des Kunstvereins erstreckt, ist eine Serie von Zeichnungen unter dem Titel „January Depression (Remedy)“. Die etwa vierzig Bilder entstanden Anfang vergangenen Jahres, als die Künstlerin aufgrund der Corona-Pandemie drei Wochen in strikter Quarantäne in ihrer Berliner Wohnung verbringen musste.

In dem Versuch die Situation zu akzeptieren, statt sich daran aufzureiben, erlegte sich Issel eine Reihe strenger Regeln auf. Sie beschloss, sich auf das Medium Malerei zu beschränken, nur auf grauem Karton im Format 24x30cm zu malen, und nur ungemischte Grundfarben aus einer sehr begrenzten Farbskala zu verwenden, die sie in breite Textmarker einfüllte und damit auf das Papier auftrug.

Das Regelwerk klingt recht simpel, bedeutete jedoch für Issel, die mit ihrer Kunst normalerweise über ganze Räume oder Wände verfügt, eine harte Einschränkung. Dennoch zwang sie sich jeden Tag mindestens zwei Bilder zu malen.

Die Therapie gelang. Verena Issel entging den Verlockungen von Netflix und der drohenden Corona-Depression und entwickelte ungeahnte Freude daran, Farben und Formen auf kleinem Format zu kombinieren – mal abstrakt, mal gegenständlich, mal klar umrissen, mal verspielt. Das einzige, was sie sich zusätzlich erlaubte, war es Gegenstände aus dem Haushalt – bunte Ohrstöpsel, Plastikfransen oder Schaumstoffteilchen – mit ins Spiel zu bringen.

In der Ausstellung im Springhornhof erobern sich die kleinen Bilder, die zunächst als private Übung gedacht waren, nun die Freiheit zurück. Die bunten Motive werden zum Raum, sie springen über auf Wände und Böden, mutieren zu frei stehenden Umrissen, wiederholen sich, wechseln Farben und Proportionen und flirten heftig miteinander.

Das Obergeschoss des Ausstellungsgebäudes gestaltet die in lateinischer Sprache und Mythologie bestens bewanderte Künstlerin um zur „Antikenabteilung“. Ein Wandfries im Kartoffeldruck, Kapitelle aus Schafwolle, antike Vasen auf Sperrholz und Badematte sowie dubiose Marmorbrocken erzählen von kulturellen Missverständnissen und der unerfüllten Liebe zur Antike.

20. April 2021 – 13. Juni 2021

Springhornhof, 

Tiefe Str. 4, 

29643 

Neuenkirchen