Elmgreen & Dragset – Park für unerwünschte Skulpturen (2003/2024)

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Was den Besucher im Dorf Tewel erwartet, ist ein weiß umzäuntes Gelände in dem vereinzelt skulpturale Arbeiten stehen. Über dem Eingang leuchtet der Schriftzug „Park für unerwünschte Skulpturen“. Dem Projekt des Künstlerduos Michael Elmgreen (geboren 1969 in Kopenhagen) und Ingar Dragset (geboren 1961 in Trondheim) war 2003 ein Plakat-Aufruf vorausgegangen, den die beiden Skandinavier an Kunstinstitutionen im gesamten Bundesgebiet richteten: „Sitzen Sie fest auf einer großen Außenraumskulptur und wissen nicht, wohin damit? Rufen Sie an: 05195/933963“

Eingeliefert wurden sehr verschiedene Arbeiten, zumeist aus dem öffentlichen Raum, wie der „Röhren-Torso“ von Horst Hellinger, der für das Foyer eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders geschaffen worden war und nach dessen Umzug keine Reintegration in die neue räumliche Umgebung fand. Die barock anmutende Skulptur von Gloria Zein entstand für ein temporäres Ausstellungsprojekt für das Goethe Institut in London, .

Elmgreen & Dragset verweisen mit ihrer Arbeit auf den Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum, sie geben den unerwünschten Skulpturen als Teil eines künstlerischen Projekts wieder eine Bedeutung. Gleichzeitig spielen sie ironisch mit der unüberbrückbaren Differenz zwischen Skulptur und Betrachter, indem sie die Arbeiten hinter einem artifiziell wirkenden Zaun präsentieren. Auf diese Weise werden kunstsystemimmanente Zuschreibungen wie „in“ und „out“ in der Arbeit von Elmgreen & Dragset auf ironische Weise miteinander verflochten.

Die beiden Skandinavier erschufen in ihrer mittlerweile 20 Jahre andauernden Zusammenarbeit weltweit Arbeiten im öffentlichen Raum, die sich subversiv mit den Strukturen des Kunstsystems auseinandersetzen. 2002 waren sie eine der ersten Preisträger des „Preis der Nationalgalerie für junge Kunst“ in Berlin. Elmgreen & Dragset treten auch als Künstlerkuratoren auf und wurden 2009 für die von ihnen auf der Biennale in Venedig kuratierte Ausstellung „The Collectors“ ausgezeichnet.

Nachtrag: 2024 wurde der Zaun in Absprache mit den Künstlern ersetzt und mit einer horizontalen Lattung versehen.